ROMBO
Nach dem gleichnamigen Roman von Esther Kinsky
Masterabschlussinszenierung von Jakob Altmayer (Studiengang Regie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding)
Uraufführung

Im Sommer 1976 erschüttern zwei Erdbeben die Bergregion Friaul im Nord-Osten Italiens. Der Boden reißt auf, ganze Dörfer werden zu Trümmern und begraben Menschen und Tiere. Die Folgen der kurzen Beben schreiben sich in Mensch, Natur und Landschaft ein. Die Zeit teilt sich in ein Davor und ein Danach.

Esther Kinsky rekonstruiert in ihrem Roman das Erleben der Momente vor, während und nach der Erschütterung. Dafür gibt sie dem vom Beben gezeichneten Gelände Stimmen: Von Kalkstein über eine Carbon-Schlange bis zu einer Dorfbewohnerin, die von Vorahnungen, Veränderungen und Erinnerungen zeugen.

Die Uraufführung von ROMBO überführt diese Textpartitur in ein Klangbild, in dem Erinnern zur Aufgabe wird: Inwiefern verändert die Naturkatastrophe – die selbst den Boden unter den Füßen als unbeständig entlarvt – das menschliche Vertrauen in eine sichere Umwelt? Wie gehen wir mit dem Verlust einer bestehenden Ordnung um? Welche Spuren hinterlässt der Bruch und wie lassen sich aus ihm neue Formen des gesellschaftlichen Miteinanders entwickeln?

Bühnenfassung von Jakob Altmayer und Celine Lacherdinger.

Inszenierung: Jakob Altmayer | Dramaturgie: Celine Lacherdinger | Bühne & Video: Leonard Schulz | Kostüme & Mitarbeit Bühne: Stephanie Proem | Sounddesign: Nick Tlusty | Licht: Bernd Gatzmaga | Live-Sound: Lilian Mikorey | Ton: Maximilian Schmidt | Maske: Emily Schembera

Stimmen: Sofie Gross, Julian Gutmann, Sophia Güttler, Walter Hess, Florian Lange, Cathrin Störmer

Darsteller:innen: Alisha-Vivienne Hellmuth, Max Kurth, Anna K. Seidel, Nick Tlusty
Live-Schlagzeug: Vincent Crusius

Eine Produktion des Studiengangs Regie für Musik- und Sprechtheater, Performative Künste, Leitung: Prof. Sebastian Baumgarten
In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München

04.03. (Premiere), 06.03. und 07.03.
19:30 Uhr | 19:00 Uhr Werkeinführung
Reaktorhalle, Luisenstr. 37A, München

Fotografie: © Alvise Predieri

THOMAS-SIEDHOFF-PREIS

Der Thomas-Siedhoff-Preis ist der weltweit einzige Nachwuchspreis im Bereich Musical und wird jährlich von der Theaterakademie August Everding vergeben. Er ist mit 3.000 EUR dotiert und wird von der Richard Stury Stiftung finanziert. Der Preis würdigt den Fleiß und das Engagement, die Vielseitigkeit und das Talent von herausragenden Studierenden im Master-Studiengang Musical der Bayerischen Theaterakademie August Everding.

Preisträger im Jahr 2026 ist TILLMANN SCHMUHL – Absolvent des Studiengangs Musical der Theaterakademie August Everding.

Der Nachwuchspreis trägt den Namen des 2020 verstorbenen Theater- und Literaturwissenschaftlers Dr. Thomas Siedhoff, der mit seinen Forschungen und Publikationen maßgeblich zur akademischen Bestandsaufnahme und kreativen Weiterentwicklung des Genres Musical beigetragen hat. Sein 2007 erschienenes Handbuch des Musicals ist das Standardwerk zum großen Thema Musical im internationalen Kontext

Das Foto zeigt die Verleihung des Thomas Siedhoff Preises in der Theaterakademie August Everding am 20.02.2026. V. l. n. r.: Marco Beck (Absolvent des Studiengangs Musical), Lars Gebhart (Künstlerischer Direktor), Prof. Marianne Larsen (Leiterin des Studiengangs Musical, TILLMANN SCHMUHL (Preisträger des Thomas Siedhoff Preises), Thomas Maria Peters (Schauspieler und Regisseur), Christoph Weinhart (Musikalische Studiengangsleitung) und Dr. Helmut Hess (Richard Stury Stiftung, Stifterin des Thomas Siedhoff Preises).
© Lioba Schöneck

MITLEIDSPROTOKOLL – every tear recorded
Eine Collage nach Texten von Hervé Guibert
Abschlussinszenierung von Ruben Müller (Otto Falckenberg Schule)

„Ich werde verschwinden und nichts verborgen haben.“ – Hervé Guibert (Globe, 1992)

Hervé Guibert arbeitet sich in seinen Texten, Fotografien und Dokumentarfilmen Ende der 1980er-Jahre auf einzigartige Weise an seiner Aids-Erkrankung und an der seiner Mitmenschen ab. In seinen Texten verbindet er radikale Ehrlichkeit – die Offenlegung aller Geheimnisse, das Buchführen über jede Träne – mit einer zutiefst persönlichen Selbstreflexion: Was kann es bedeuten, in aussichtslosen Zeiten zu schreiben, zu fotografieren, zu dokumentieren? Was kann es bedeuten, sich selbst schonungslos zu veröffentlichen und damit zu verewigen?

Ruben Müllers Abschlussinszenierung an der Otto Falckenberg Schule widmet sich den Texten Guiberts, die ohne Happy Ends auskommen müssen. Sie deswegen zu vergessen, ist keine Option. Welche Rolle also können sie heute im Erinnern und Träumen für unser (queeres) Leben spielen? „Mitleidsprotokoll – every tear recorded“ stellt sich dem Paradox, dass unsere Vorstellungen von einer gerechteren, freieren Zukunft aus Erinnerungen von Schmerz, Stigmatisierung und Verlust erwachsen müssen.

Mit: Julius Gruner, Elisabeth Nittka, Konstantin Schumann
Regie: Ruben Müller | Bühnenbild und Video: Chloe Kelly | Kostüm: Jacqueline Elaine Koch | Dramaturgie: Paulina Wawerla | Kostümhospitanz: Tabea Helena Tatge | Regie-/ Dramaturgiehospitanz: Emily Schuster-Woldan | Bühnenbildhospitanz: Käthe Hochwimmer

19. Februar 2026 (Premiere), 19:30 Uhr
20. und 21. Februar 2026, 19.30 Uhr und im Mai
Werkraum der Münchner Kammerspiele,
Hildegardstr. 1

Fotografie: © H.G. Berger

Käthe Kollwitz und das Theater
Sonderausstellung vom 21. Februar bis 3. Mai 2026
im Schloss Charlottenburg Berlin

„Die ‚Penthesilea‘ haben wir noch nicht gesehen“

Das Käthe-Kollwitz-Museum zeigt an seinem neuen Sitz im ehemaligen Theatergebäude des Schlosses Charlottenburg die Sonderausstellung „Käthe Kollwitz und das Theater“. Mit Verweis auf die Geschichte dieses Standorts, der selbst eine bewegte Vergangenheit aufweist, rückt ein bislang vernachlässigtes Thema in Leben und Werk von Käthe Kollwitz in den Fokus: die Theateraffinität der Künstlerin und ihrer Familie.

Neben den Arbeiten von Käthe Kollwitz, die mit dem Thema Theater verflochten sind, werden Werke von Ernst Barlach, Lovis Corinth, Georg Kolbe, August Macke, Max Liebermann, Ernst Oppler und Emil Orlik gezeigt. Programmhefte, Plakate und Theaterzettel visualisieren zudem das reiche Berliner Theaterleben in den Jahrzehnten um 1900. Die Ausstellung mit über 100 Exponaten von 17 internationalen Leihgebern präsentiert neuste Forschungsergebnisse und führt die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen darstellender und bildender Kunst in den Werken von Käthe Kollwitz und Künstlerkollegen vor Augen.

Es erscheint ein Katalog mit über 200 Abbildungen im Verlag Schnell und Steiner, Regensburg.

Käthe-Kollwitz-Museum Berlin
Spandauer Damm 10
14059 Berlin (Charlottenburg)

Fotografie: Hans Robertson: Maria Solveg und Katta Sterna, die Nichten von Käthe Kollwitz, in: „Der Künstlerische Tanz“, Dresden, ohne Jahr.
© Käthe-Kollwitz-Museum Berlin






GEFÖRDERTE PUBLIKATIONEN
neu erschienen:
Klaus Zehelein
Unerhörte Augenblicke
Autobiographie
herausgegeben von Günther Heeg
Verlag Theater der Zeit, Berlin 2025























Christine Kleiter
‚L’Histoire de la nature des oyseaux' von Pierre Belon: Naturhistorische Bild- und Sammlungspraxis der Frühen Neuzeit.
Ars et Scientia, Schriften zur Kulturwissenschaft, Bd. 30, hrsg. v. Bénédicte Savoy, Michael Thimann und Gregor Wedekind).
Disserstation
Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston 2025













Maren Richter, Dorothea Volz (Hg.)
making THEATRE
Wie Theater entsteht
Deutsches Theatermuseum 2026

Dieses Buch erscheint als Begleitpublikation zur Ausstellung "making Theatre. Wie Theater entsteht" des Deutschen Theatermuseums. In Kooperation mit dem Residenztheater München.


















Corinna Gannon
Wirkmächtige Artefakte
Naturmagische Bildkonzepte und die Kunstkammer Kaiser Rudolfs II.
Object Studies in Art History, Vol. 7
Edited by Philippe Cordez u. Joanna Olchawa
Dissertation.
De Gruyter, Berlin/Boston 2025










Felix Steffan
Die Peripherie als Zentrum.
Der Kunstbetrieb in Rosenheim und dem Chiemgau 1904–1968.
Brüche und Kontinuitäten: Forschungen zu Kunst und Kunstgeschichte im Nationalsozialismus - Band 12.
Dissertation
Böhlau, Imprint der Brill-Gruppe, 2025



















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